Bad Ems wird Fairtrade-Town

Bad Ems wird Fairtrade-Town

Hier ein kleines Video von der Auszeichnungsfeier.
Herzlichen Dank an die Schülerinnen und Schüler der Realschule Plus in Bad Ems, sowie dern Lehrer David Schmidl, sowie den Schulleiter Paul Arzheimer!

FTBE from David Schmidl on Vimeo



Gert Stecher berichtet im Stadtrat über Fairtrade-Town

Am 08.03.2016 hat Bad Ems wieder einen großen Schritt in Richtung Fairtradetown Bad Ems gemacht.
Der Koordinator der Steuerungsgruppe Fairtrade stellte im Beisein von drei weiteren Mitgliedern der Gruppe dem Bad Emser Stadtrat die bisherigen Schritte zur Erlangung der Auszeichnung "Fairtradetown Bad Ems" vor.
Selbstverständlich waren vom Gewerbeverein sowohl Michael Kapski, als auch unser Stadtratsmitglied "Bodo" Wieseler, sowie der Mitarbeiter der Steuerungsgruppe für Bad Ems Plus, Rüduiger Glodek anwesend, um zu demonstrieren, wie wichtig uns das Anliegen ist, Bad Ems als Stadt mit fairem handel zu präsentieren.
Der Stadtrat zeigte sich beeindruckt vom Engagement der Steuerungsgruppe und unterstützt uns gerne auch weiterhin mit Rat und Tat!



"Fairtrade-Stadt Bad Ems"
Zwischenbericht der Steuerungsgruppe für den Stadtrat
vorgelegt am 08.03.2016

1.        Überblick über den Verlauf der Arbeit der Steuerungsgruppe
2.        Wie weit sind die Kriterien für die Anerkennung erfüllt?
3.        Aktion "Faires Frühstück Bad Ems"
4.        Ausblick auf den Abschluss der Kampagne

1.        Verlauf der Arbeit der Steuerungsgruppe

Am 18. Juni 2015 trafen sich die vom Stadtrat benannten Mitglieder der Steuerungsgruppe zu ihrer ersten Sitzung: Herr Ackermann als 1. Beigeordneter, Frau Spielmann als gewähltes Mitglied des Stadtrats, Herr Glodek als Vorstandsmitglied des Gewerbevereins Bad-Ems-Plus und Herr Stecher als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Eine Welt Bad Ems e.V.
Schon bei diesem Treffen kam Herr Ellers als Vertreter des Stadt- und Touristikmarketing dazu, um die Steuerungsgruppe auf dem Gebiet der Öffentlichkeitsarbeit zu unterstützen.
Als erstes verschafften wir uns einen Überblick über die Ausgangssituation: Wo steht Bad Ems heute in Bezug auf die Kriterien für die Anerkennung als Fairtrade-Stadt?
Wir kamen zu dem Ergebnis, dass die Ausgangsbedingungen recht günstig waren, weil der Faire Handel in der Stadt durch den 1987 eröffneten Weltladen schon eine lange Tradition hat, weil sich Kirchengemeinden und Schulen seit Langem aufgeschlossen zeigen für den Fairen Handel und weil schon mehrere Lebensmittelgeschäfte und ein Textilgeschäft fair gehandelte Produkte in ihr Sortiment aufgenommen haben.
Unsere erste Entscheidung war, dass wir Schulen, Kitas und Kirchengemeinden zur Mitarbeit in der Steuerungsgruppe und zur Beteiligung an der Kampagne einladen wollten. Dafür richteten wir ein Schreiben an alle diese Institutionen der Stadt und übersandten Informationsmaterial.

Unsere zweite Sitzung, am 23. Juli, wurde die sog. "Konstituierende Sitzung".
Wir nahmen neue Mitglieder auf, wählten Frank Ackermann als Sprecher und Gerth Stecher als Koordinator, vereinbarten regelmäßige Treffen in Abständen von ca. 4 Wochen und trafen eine Grundsatzentscheidung:

       "Nachhaltigkeit geht vor Schnelligkeit"
D.h., wir wollten nicht schnellstmöglich die Mindestanforderungen für die Auszeichnung erfüllen, sondern uns Zeit lassen, um möglichst viele Akteure mitzunehmen. Am Ziel wollten wir Ende 2016 sein.

Weiterhin war uns wichtig, unseren Kurs frühzeitig mit der Trägerorganisation abzustimmen. Deshalb luden wir eine Vertreterin von TransFair, Frau Rosa Grabe, zu unserer 3. Sitzung, am 10. September ein. Frau Grabe bestätigte den Zeit- und Aktionsplan, den wir ihr vorgelegt hatten. Sie versorgte uns mit nützlichen Informationen und mit Materialien für die Werbung unter Einzelhändlern und Gastronomen. Sie gab uns auch Rat für die Durchführung von Aktionen.
Im Zeitraum der Fairen Woche, in der zweiten Septemberhälfte, führten wir 3 Aktionen zur Information der Öffentlichkeit durch:

-        "Coffee-Fairday" in der ev. Kita Arche Noah
-        Schaufenstergestaltung "Fairer Handel schafft Transparenz" im Weltladen
-        "Faire Kaffeetafel" beim Baargassenfest

In der Folgezeit stand die Werbung unter Einzelhändlern und Gastronomen im Vordergrund. Dazu wurde ein vom Bürgermeister und dem Vorstand des Gewerbevereins unterzeichneter Aufruf zur Mitarbeit an alle in Frage kommenden Gewerbetreibenden der Stadt verschickt.

Im Oktober/November wurden noch zwei formale Bedingungen der Anerkennung als Fairtrade-Stadt erfüllt: die sog. Online-Registrierung und die Präsenz der Kampagne auf der Homepage der Stadt. Seit 27.10.2015 ist Bad Ems als Kandidat für die Anerkennung als Fairtrade-Stadt auf der Homepage der Kampagne genannt (www.fairtrade-towns.de/Städteverzeichnis). Seit November gibt es auf der Homepage von Bad Ems einen von Herrn Ellers gestalteten Menüpunkt mit Informationen über den Fairen Handel in Bad Ems und die Kampagne Fairtrade-Towns (www.bad-ems.info/Service).

Seit der Sitzung am 12. November beschäftigt sich die Steuerungsgruppe vor allem mit der Planung und Vorbereitung einer großen Aktion für die breite Öffentlichkeit, genannt
"Aktion Faires Frühstück Bad Ems".
Darüber berichte ich später noch ausführlich.

Hier, am Schluss des Abschnitts über den Verlauf unserer Arbeit, möchte ich hervorheben, dass wir gute Arbeitsbedingungen haben: Wir können das Besprechungszimmer 315 im Rathaus für unsere Sitzungen nutzen. Die Stadt- und Touristikmarketing unterstützt unsere Arbeit.

Einen besonderen Dank richten wir an Herrn Bürgermeister Abt, der sich persönlich einsetzt, z.B. bei der Aktion "7 Wochen mit fair gehandelten Produkten" im Weltladen und bei der Werbung unter Einzelhändlern und Gastronomen.

Auch von außerhalb erhalten wir Unterstützung. Die Trägerorganisation TransFair vermittelt uns Referenten, stellt uns Materialien zur Verfügung und beantwortet unsere Fragen. Das Entwicklungspolitische Landesnetzwerk Rheinland-Pfalz (ELAN) vermittelt Kontakte zu anderen Fairtrade-Städten und unterstützt uns finanziell bei Aktionen. Unser Landrat, Herr Frank Puchtler bot seine Hilfe an. Konkret wurde im Kreishaus ein Informationsständer mit Materialien zum Fairen Handel aufgestellt und ein Wirtschaftsforum mit dem Titel "Eine Welt und fairer Handel" veranstaltet. Auch die Rhein-Lahn-Zeitung fördert unsere Bemühungen, indem sie über die Arbeit der Steuerungsgruppe und über durchgeführte Aktionen berichtet.

2.        Wie weit sind die Kriterien für die Anerkennung schon erfüllt?
Kriterium 1: Stadtratsbeschluss: Bad Ems soll Fairtrade-Stadt werden / Verwendung fair gehandelter Produkte
       Das Kriterium ist erfüllt.
       Der Beschluss erfolgte am 05. Mai 2015.
Die Stadt bietet im Rahmen von Besprechungen des Bürgermeisters mit Dritten neben Bad Emser Wasser fair gehandelten Kaffee sowie Tee an
Die Stadt überreicht bei Dienst-, Alters- und Ehejubiläen fair gehandelte Produkte
Die Stadt setzt bei anderen Gelegenheiten - sofern möglich - fair gehandelte Produkte ein



Kriterium 2: Bildung einer Steuerungsgruppe
       Das Kriterium ist erfüllt.
       Die Steuerungsgruppe nahm am 18.06.2015 ihre Arbeit auf. Sie ist mit 11 Mitgliedern relativ        groß, und in ihr sind sowohl die Politik, als auch das Gewerbe, als auch öffentliche        Einrichtungen vertreten. Ihr gehören an:
Herr Frank Ackermann, 1. Beigeordneter; Frau Petra Spielmann, Stadtratsmitglied; Herr Rüdiger Glodek, Vorstand Gewerbeverein Bad-Ems-Plus; Herr Gerth Stecher, Vorstand AG Eine Welt; Frau Martina Griese, Leiterin ev. Kita Arche Noah; Frau Maria Kraiczy, kath. Pfarrgemeinde; Frau Hildegard Krekel, Leiterin Ernst-Born-Schule; Frau Christel Labonte, Modegeschäft "Incantarsi"; Herr Michael Spielmann, Grüne Bad Ems; Frau Hildegard Stecher, Weltladen Bad Ems.

Die Arbeit der Steuerungsgruppe wird in Sitzungsprotokollen dokumentiert.

Kriterium 3: Mindestens 4 Einzelhandelsgeschäfte und 2 Gaststätten/Cafés bieten Fairtrade-Produkte an
       Das Kriterium ist teilweise erfüllt
Schon mehr als 10 Einzelhandelsgeschäfte, aber erst ein gastronomischer Betrieb sind mit Fairtrade-Angeboten dabei.
Einzelhandel: Weltladen, REWE, Netto, Aldi, Lidl, Le Goue, Incantarsi, Family, Reformhaus Reinhardt, Rossmann, DGS Getränkemarkt, alle Apotheken (SidrogaTee)
Gastronomie: Pfeffermühle
Sonstige Gewerbetreibende: Frisör Hermann, Volksbank, Sidroga
Geplant: Einzelhändler und Gastronomen sollen gezielt angesprochen werden: Beratung über Möglichkeiten der Sortimentserweiterung um Fairtrade-Produkte, geschäftliche Chancen durch Fairtrade, Information über Werbemittel, …

Kriterium 4: Öffentliche Einrichtungen beteiligen sich an der Kampagne
       Die Mindestanforderung ist erfüllt
       Eine Schule (Ernst-Born-Schule) und eine Kita (ev. Kita Arche Noah), sowie die kath. und die ev. Kirchengemeinden sind mit unterschiedlichen Beiträgen beteiligt, ebenso ein Verein (Arbeitsgemeinschaft Eine Welt).
Geplant: Einladung der Kirchengemeinden zur Sitzung der Steuerungsgruppe am 17.03.2016
       Thema: Welche Möglichkeiten haben Kirchengemeinden, um den Fairen Handel und das Bewusstsein für ethischen Konsum zu fördern?
Geplant: Einladung der Schulen zur Sitzung der Steuerungsgruppe am 21.04.2016.
       Thema: Mit welchen Beiträgen können sich Schulen an der Kampagne Fairtrade-Towns beteiligen, und welche Unterstützung können sie dabei erhalten?

Kriterium 5: Berichte in den Medien, Öffentlichkeitsarbeit
       Im Jahr 2015 wurde das Kriterium "Pro Jahr mindestens 4 Presseartikeln über die Arbeit der Steuerungsgruppe" erfüllt
       Darüber hinaus wurden im Zeitraum der Fairen Woche mehrere Aktionen durchgeführt, mit denen auf die Kampagne aufmerksam gemacht wurde (siehe oben).
       Auf der Homepage von Bad Ems wird über die Umsetzung der Kampagne in unserer Stadt informiert.
Geplant: "Aktion Faires Frühstück Bad Ems"

3.        Aktion "Faires Frühstück Bad Ems"

Konzept der Aktion
In Verbindung mit der Gewerbeschau des Gewerbevereins Bad-Ems-Plus, die am 7. und 8. Mai 2016 stattfindet, soll den Besuchern am Sonntag, dem 8. Mai in der Zeit von 10 - 14 Uhr auf dem Ausstellungsgelände ein "Faires Frühstück" angeboten werden. Die dazu verwendeten fair gehandelten Produkte sollen noch ergänzt werden durch Produkte aus der Region, möglichst in Bio-Qualität.
Das Frühstück soll verbunden werden mit dem Ausstellungsbereich "Fairer Handel in Bad Ems", in dem Einzelhändler ihre Fairtrade-Produkte vorstellen.
Parallel dazu gibt es auf der Bühne der Gewerbeschau ein Informationsprogramm zu den Themen "Fairer Handel" und "Kampagne Fairtrade-Towns".

Durch das Faire Frühstück sollen Besucher fair gehandelte Produkte als hochwertige Nahrungsmittel mit einem ethischen Mehrwert kennenlernen. Die vermittelten Informationen sollen ihnen den Fairen Handel als bessere Alternative zum konventionellen Handel nahe bringen. Angestrebt ist mehr Aufgeschlossenheit für Produkte aus Fairem Handel. Da sich auf der Ausstellung auch Anbieter von fair gehandelten Produkten vorstellen, können die Besucher auch örtliche Bezugsquellen unmittelbar kennenlernen.

Die "Aktion Faires Frühstück Bad Ems" wird aufgrund eines Antrags der Arbeitsgemeinschaft Eine Welt Bad Ems e.V. vom Entwicklungspolitischen Landesnetzwerk ELAN aus Mitteln von Lotto Rheinland-Pfalz mit einem Betrag von 2220 € gefördert. Der verbleibende Betrag von 400 € soll durch Spenden von den Gästen eingenommen werden. Das Geld wird für die Ausleihe der benötigten Ausstattung der Passage, für Lebensmittel und für Werbe-/Informationsmaßnahmen ausgegeben.

Organisation des Fairen Frühstücks
Die Max-Jacob-Passage soll am Sonntagmorgen mit Bierzeltgarnituren so eingerichtet werden, dass sie an einer langen Kaffeetafel Platz für etwa 100 Gäste bietet. In der Zeit von 10 - 14 Uhr wird insgesamt mit 200 Besuchern gerechnet. Zur Tischdekoration werden u.a. fair gehandelte Rosen verwendet. Das Speisen- und Getränkeangebot umfasst:
Kaffee, Trinkschokolade, Tee, Orangensaft, Honig, Müsli, Bananen, Zucker, diverse Brotaufstriche, Rosinen und weitere Produkte aus Fairem Handel.
Hinzukommen sollen: Brot, Brötchen, Butter, Kaffeesahne und Milch aus der Region.
Zu dem Frühstück sollen alle interessierten Bürger und Prominente unserer Stadt - eingeschlossen die Stadtratsmitglieder - eingeladen werden. Bürgermeister Abt wird gebeten, die Gäste zu begrüßen und das Faire Frühstück zu eröffnen.
Das von Frank Ackermann moderierte Informationsprogramm, zu dem wir eine Vertreterin von ELAN eingeladen haben, bietet Antworten auf folgende Fragen:
Was bedeutet Fairer Handel?
Worin unterscheidet sich der Faire Handel vom konventionellen Handel?
Woher kommen die Produkte und wer sind die Produzenten? (Beispiele, z.B. Kaffee, Kakao, Tee, …)
Was ist die Kampagne Fairtrade-Towns?
Warum beteiligt sich Bad Ems an der Kampagne, und wo steht die Stadt zurzeit in Bezug auf das Ziel der Anerkennung als Fairtrade-Stadt?
Wie können sich Einzelhändler, Gastronomen, Schulen, Kindertagesstätten, Vereine und Kirchengemeinden noch beteiligen?
Was bieten Weltläden, und wo gibt es sie im Rhein-Lahn-Kreis?
Welche weiteren Geschäfte/Gaststätten bieten Fairtrade-Produkte an?

Das Faire Frühstück soll in den Monaten April und Mai durch Öffentlichkeitsarbeit vor- und nachbereitet werden. Dabei kommt der Stadt- und Touristikmarketing eine wichtige Rolle zu.

Wir suchen für dieses Projekt noch Partner, die diese Aktion mitgestalten. Gedacht ist an das Jugendzentrum und das Projekt "Max-Jacob-Kulturpassage".

Die Steuerungsgruppe bittet die Stadt um Unterstützung bei folgende Aufgaben:
-        Reinigung der Passage
-        Herstellen eines Stromanschlusses (für Kaffeebrühmaschinen und Tontechnik) im Bereich des Brunnens, wo das Büfett aufgebaut werden soll
-        Helle Beleuchtung im vorderen Teil der Passage (an der Römerstraße), wo der Ausstellungsbereich "Fairer Handel in Bad Ems" eingerichtet werden soll
-        Spannen von Seilen zwischen den Säulen zum Aufhängen von Plakaten
-        Vielleicht helfen uns auch Stadtratsmitglieder bei der Bewirtung der Gäste?

4.        Ausblick auf dem Abschluss der Kampagne

Die Steuerungsgruppe möchte erreichen, dass die Auszeichnung Ende 2016/Anfang 2017 erfolgen kann. Eine Arbeit, die wir nach der Aktion "Faires Frühstück" noch leisten wollen, ist die Gestaltung eines Flyers mit dem Titel "Fairer Handel in Bad Ems". Der Flyer soll Bürgern und Besuchern der Stadt den Weg zu Anbietern von fair gehandelten Produkten weisen.
Eine weitere Möglichkeit wäre die Beteiligung von Bad Ems an der nächsten Fairen Woche, im September, z.B. mit einer Ausstellung "Öko-soziale Beschaffung".
Schließlich könnten die Bemühungen der Stadt um Fairness im Bereich der öffentlichen Beschaffung auch unterstrichen werden durch einen Ratsbeschluss gegen Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit.

Die Auszeichnung soll nach den Vorschlägen von TransFair im Rahmen einer Feier erfolgen. Gerne werden dafür Veranstaltungen der Stadt genutzt, zu denen ohnehin Bürger eingeladen werden. Für die Organisation dieser Veranstaltung gibt es einen Leitfaden, an dem man sich orientieren kann.
Wenn die Auszeichnung um den Jahreswechsel 2016/2017 erfolgen soll, müssten spätestens im September die Bewerbungsunterlagen eingereicht werden, denn die Prüfung des Antrags kann bis zu 8 Wochen dauern, und für die Planung der Auszeichnungsfeier durch TransFair und die Stadt werden noch einmal bis zu 6 Wochen angesetzt. Seitens der Stadt sollte frühzeitig überlegt werden, wann und in welchem Rahmen die Veranstaltung stattfinden soll.

Gerth Stecher
Koordinator der Steuerungsgruppe                                                        07.03.2016




Bad Ems wird Fair-machen Sie mit!

Bad Ems wird Fair-machen Sie mit!

Kampagne Fairtrade-Towns:

"Städte und Regionen setzen ein konkretes Zeichen für eine gerechtere Welt"
Bad Ems ist dabei

Die Kampagne Fairtrade-Towns startete im Jahr 2000 in dem kleinen Ort Garstang im Nordwesten Englands, nahe der Stadt Lancaster. Eine Fairhandels-Gruppe, die einen Laden betrieb, setzte sich erfolgreich dafür ein, dass möglichst viele Institutionen und Organisationen der Stadt den Fairen Handel unterstützen. Sie gewannen die Stadtverwaltung, Schulen, die Kirchengemeinden und Vereine für ihre Sache und erregten damit landesweit Aufsehen. Als Anerkennung erhielten sie die Auszeichnung "Erste Fairtrade-Town der Welt". Ein Regierungsvertreter sagte bei der Verleihungszeremonie:
"Die Flamme, die hier entzündet wurde, kann sich wie ein Lauffeuer über das ganze Land und darüber hinaus ausbreiten".
Und er behielt recht: In England verbreitete sich diese Bewegung sehr schnell. Heute gibt es in England bereits über 700 Fairtrade-Towns, darunter ist seit 2007 auch die Partnerstadt von Bad Ems, Droitwich Spa. Auf der Homepage der Fairtrade-Initiative von Droitwich kann man lesen, dass außer der Stadtverwaltung noch 7 Restaurants, 10 Cafés, 8 Einzelhändler, 4 Schulen und 8 Kirchengemeinden an der Kampagne teilnehmen.
Weltweit sind es heute schon über 2200 Fairtrade-Towns in 26 Ländern, die meisten davon in Westeuropa, Skandinavien, USA, Kanada, Australien und Japan. Einzelne aber sogar in Entwicklungsländern: Brasilien, Costa Rica, Ghana. Immer neue Länder kommen hinzu, vor einiger Zeit Polen, Südafrika und Nigeria.
Nach Deutschland kam die Bewegung im Jahr 2009. Innerhalb von nur sechs Jahren wurde die Zahl von über 350 ausgezeichneten Städten erreicht. In Rheinland-Pfalz haben bereits 19 Städte die Anerkennung als Fairtrade-Town erhalten, dazu gehören aus unserer Region die Städte Lahnstein, Andernach und Mayen.
Die Trägerorganisation in Deutschland ist TransFair e.V., ein Verein, der von einer großen Zahl von Organisationen aus dem Bereich der Entwicklungszusammenarbeit gegründet wurde, darunter Brot für die Welt, Misereor, Welthungerhilfe und UNICEF.
Für mehr Information: www.fairtrade-towns.de

Bad Ems auf dem Weg zur Fairtrade-Stadt

In Bad Ems hat der Faire Handel Tradition
Als Geburtsstunde des Fairen Handels in der Bundesrepublik gilt die Gründung der Importorganisation "GEPA" (Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt) im Jahr 1975. Schon um das Jahr 1980 begann in Bad Ems eine Gruppe um Franz Lamberts damit, Indio-Kaffee aus Guatemala nach den Grundsätzen des Fairen Handels zu verkaufen: Die Kaffeebauern bekamen für ihr Produkt einen höheren Preis, damit sie und ihre Familien ein menschenwürdiges Leben führen können. Der Verkauf erfolgte im Rahmen der ökumenischen Laienbewegung "Aktion 365", überwiegend auf Märkten und bei Gemeindefesten, wobei ein ehemaliger Schäferwagen als Verkaufsmobil diente.

Im Jahr 1987 richtete die neu gegründete "Arbeitsgemeinschaft Eine Welt Bad Ems e.V." in der Geschenke-Boutique "Regenbogen" von Renate Lotz in der Koblenzer Straße 5-7 eine ständige Verkaufsstelle für fair gehandelte Waren ein. Aus diesem Anfang ging 1991 der erste eigenständige "Dritte-Welt-Laden" im Haus Schalom in der Kirchgasse 20 hervor. Im Jahr 2008 begann eine Ladenpartnerschaft mit der Stiftung Scheuern, einer Einrichtung der Behindertenhilfe. Gleichzeitig erfolgte ein Umzug des Ladens in die Nieverner Straße 9. Seit 2011 befindet sich der Weltladen/Stiftung Scheuern in der Hauptgeschäftsstraße von Bad Ems, Römerstraße 72, wo er als Fachgeschäft des Fairen Handels fest etabliert ist. Außer fair gehandelten Waren aus Ländern des globalen Südens bietet der Laden auch Produkte aus einheimischen Werkstätten für Menschen mit Behinderungen an.
Auch die Kirchengemeinden fördern seit vielen Jahren den Fairen Handel, indem sie bei ihren Veranstaltungen fair gehandelten Kaffee ausschenken, bei ihren Gemeindefesten fair gehandelte Waren anbieten und bei religiösen Aktionen wie dem Weltgebetstag das Thema "Fairer Handel" herausstellen. Einzelne Schulen nutzen im Religionsunterricht und bei Projektwochen das Angebot der Arbeitsgemeinschaft Eine Welt Bad Ems e.V., den Fairen Handel vor Ort im Weltladen zu erklären.
Die Stadt Bad Ems hat sich stets aufgeschlossen gezeigt für Aktionen zur Werbung für den Fairen Handel, so z.B. im Jahr 2014, als die Stadt ein Etappenziel der Werbe-Radtour für den Fairen Handel entlang der Lahn war und die Teilnehmer vom Bürgermeister vor dem Rathaus begrüßt wurden.
Auch in der lokalen Presse ist der Faire Handel seit Jahren mit Berichten über Aktionen zum Weltladentag oder zur Fairen Woche häufig präsent.
Im Einzelhandel der Stadt hat sich der Faire Handel im Laufe der Jahre nach und nach einen festen Platz geschaffen. Heute bieten die Lebensmittelketten, die Drogeriemärkte, einzelne Modegeschäfte, ein Reformhaus, ein Spezialitätengeschäft und ein Getränkehändler fair gehandelte Waren an.

Der Start zur Aktion "Fairtrade-Stadt Bad Ems"
Bei diesen günstigen Voraussetzungen lag es nahe, dass sich die Stadt an der Kampagne Fairtrade-Towns beteiligt. Am 5. Mai 2015 beschloss der Stadtrat, sich dieser weltweiten Kampagne anzuschließen. Unmittelbar danach wurde gemäß den Vorgaben der Trägerorganisation TransFair Deutschland eine Steuerungsgruppe gebildet, die die Bestrebungen der Stadt koordinieren soll.
Der Steuerungsgruppe gehören an:
Herr Frank Ackermann, Erster Beigeordneter der Stadt
Frau Petra Spielmann, Stadtratsmitglied
Herr Rüdiger Glodek, Mitglied des Vorstands des Gewerbevereins Bad-Ems-Plus
Herr Gerth Stecher, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Eine Welt Bad Ems e.V.
Frau Martina Griese, Leiterin der ev. Kita Arche Noah
Frau Maria Kraiczy, kath. Pfarrgemeinde Bad Ems
Frau Hildegard Krekel, Leiterin der Ernst-Born-Schule Bad Ems
Frau Christel Labonte, Modegeschäft "Incantarsi" Bad Ems
Herr Michael Spielmann, Grüne Bad Ems
Frau Hildegard Stecher, Weltladen Bad Ems

Der Stadt- und Touristikmarketing-Verein unterstützt die Steuerungsgruppe durch Herrn Philipp Ellers, vor allem auf dem Gebiet der Öffentlichkeitsarbeit.
Nach dem Ausscheiden von Herrn Ellers aus dem Stadtmarketing hat seine Aufgabe Frau Yvonne Bach übernommen, die uns mit Schwung und Begeisterung zur Seite steht



Seit Juni 2015 treffen sich die Mitglieder der Steuerungsgruppe regelmäßig alle vier Wochen im Rathaus zu ihren Beratungen über weitere notwendige Schritte zur Erfüllung der Kriterien für die Anerkennung als Fairtrade-Stadt. Im Vordergrund stand am Anfang die Werbung unter Einzelhändlern und Gastronomen. Der selbst gesetzte Anspruch dabei war, dass nicht nur die Mindestanforderung von vier Einzelhändlern und zwei gastronomischen Betrieben erfüllt wird, sondern dass möglichst viele Gewerbetreibende als Unterstützer gewonnen werden.
Im Jahr 2016 sollten Schulen, Kindergärten, Kirchengemeinden und Vereine besonders angesprochen werden, um ihnen die Möglichkeiten zur Förderung der Kampagne näher zu bringen.
Aus dieser Aktion ist mittlerweile ein besonderer Erfolg geworden! Die Realschule Plus Bad Ems hat sich nicht nur beteiligt. Inzwischen hat Sie die Auszeichnung Fairtrade-School in Rekordzeit und mit Bravour bestenden. Gratulation an Paul Arzheimer, David Schmidl und die tolle Truppe von Schülerinnen und Schülern!

Die Steuerungsgruppe hat sich vorgenommen, zügig aber auch gründlich auf die Anerkennung als Fairtrade-Stadt hinzuarbeiten. Bis zum Ende des Jahres 2016 sollen alle Kriterien erfüllt sein.

Am 15.März 2017 fand die Auszeichnungsfeier statt-Bad Ems ist Fairtrade-town!



Fairer Handel für eine faire Welt!

Weitere Bilder, zum Vergrößern bitte anklicken:



Fairer Handel in Bad Ems-es geht voran!

Fairer Handel in Bad Ems-es geht voran!

Hier nur eine kleine Auswahl der Geschäfte, die bereits Produkte aus fairem handel anbieten:

Weltladen
Incantarsi
Sonnenapotheke
Häckers Grandhotel
Hähnchen-Clem
ED-Tankstelle
Emser Therme (Shop)
St. Martin Apotheke
Restaurant Pfeffermühle
Le Gout
Rewe
DM-Drogeriemarkt
Rossmann
Restaurant Halbers in Emser Therme
Netto
Ernstings Family
Reformhaus Reinhardt
Friseur Hermann
DGS der Getränkemarkt
Aldi
Lidl


sowie viele weitere Geschäfte und Märkte, sowie Gasthäuser und Hotels in Bad Ems

Fairer handel in Bad Ems-ein Angebot, das ständig wächst!